Nirgendwo sonst schmeckt das süße Leben so gut wie in Bella Italien. Reist du mit dem Auto durch die Lande, solltest du allerdings die Verkehrsregeln Italien kennen.
Italien ist Sonne, Strand, Meer, Berge. Italien ist Wein, gutes Essen, pure Geschichte. Dass viele ausgerechnet in diesem Land Erholung suchen, ist kein Zufall. Doch Vorsicht: Reist du mit dem Auto an oder nutzt einen Mietwagen, solltest du ein paar der italienischen Verkehrsregeln kennen. Denn bei Verstößen ist das sonnige Gemüt der Italiener schnell verflogen. Stattdessen ziehen dunkle Wolken auf – in Form dicker Bußgelder.
Was du beachten solltest? McDeal24.DE nennt dir die elf wichtigsten Verkehrsregeln in Italien.
#1 Tempolimits in Italien
In Italien herrscht – wie eigentlich überall mit Ausnahme Deutschlands – ein Tempolimit auf der Autobahn. Und zwar generell 130. Bei drei Spuren sind auch mal 150 erlaubt. Verlass’ dich aber nicht darauf und achte auf die Beschilderung.
Konkret gelten für Pkw, Motorrad sowie Wohnmobil (bis 3,5 t) diese Tempolimits in Italien:
| innerorts | 50 km/h |
| außerorts | 90 km/h |
| Schnellstraße | 110 km/h |
| Autobahn | 130 km/h |
Bei Regen oder Schnee sinkt das Tempolimit automatisch auf 90 km/h (Schnellstraße) bzw. 110 km/h (Autobahn). Für Wohnmobile über 3,5 t sind bei diesen Bedingungen sogar nur 80 bzw. 100 km/h erlaubt. Für Fahranfänger gelten in den ersten drei Jahren nach Erwerb der Fahrerlaubnis 90 bzw. 100 km/h.
#2 Verkehrsregeln in Italien: Bußgelder
Halte dich an die Limits, denn Bußgelder sind in Italien happig. Schon 20 km/h zu schnell kosten ab 175 Euro. Über 50 km/h drüber sind 545 Euro fällig. Ein Parkverstoß: ab 45 Euro. Nicht angeschnallt gefahren: ab 85 Euro.
Die Krux: Gerade bei Ausländern verlangen die Italiener das Bußgeld sofort, also direkt vor Ort. Oder die Carabinieri verlangen eine Sicherheit. Im schlimmsten Fall dein Auto, das somit stillgelegt ist. Dafür haben die Italiener eine Art Rabattsystem. Zahlst du innerhalb von fünf Tagen, bekommst du 30 Prozent Nachlass. Das gilt allerdings nur für Verstöße, die kein Fahrverbot oder eine Kfz-Beschlagnahme vorsieht.
#3 Smartphone am Steuer ist teuer
Teuer ist auch das Smartphone am Steuer. Wobei es reicht, wenn du dieses lediglich in der Hand hast. Ob du dieses nun tatsächlich benutzt hast oder nicht – egal. So oder so kostet dich das Handy in der Hand ab 165 Euro plus Punkte.
#4 Verkehrsregeln Italien: Kontrollen
Kontrollen nehmen die Carabinieri übrigens regelmäßig vor. Besonders beliebt: Wochenenden und Feiertage. Sowie die typischen Ferienrouten. Messungen der Tempolimits und Alkoholkontrollen sollten dich jedenfalls nicht überraschen.
Noch mal: Italienische Polizisten können dein Auto beschlagnahmen, wenn du ein Bußgeld nicht zahlen willst. Diskutieren ist daher wenig clever.
#5 Alkohol: 0,5 Promille sind erlaubt
Beim Thema Alkohol sind die Italiener recht kulant. Wie bei uns in Deutschland sind 0,5 Promille erlaubt. Allerdings nicht für alle. Für Fahranfänger sowie Berufskraftfahrer gelten 0,0. Ergo ein striktes Verbot.
Außerdem kennen die Italiener weniger Gnade beim Überschreiten der Maximalwerte. Schon ab 0,8 Promille drohen Freiheitsstrafen. Ab 1,5 Promille dann ein richtig langes Fahrverbot – sowie die Beschlagnahme des Fahrzeugs.
#6 Fixer Zeitraum für Winterreifen
Ebenfalls wenig Spaß kennen die Carabinieri im Winter. Je nach Region – zum Beispiel in Südtirol – gilt eine Pflicht zur Winterausrüstung. Heißt: Winterreifen sind ein Muss. Alternativ gehen aber auch Schneeketten. Die Regeln der Winterausrüstung können sich jedoch von Region zu Region unterscheiden. Check’ das also vorher. Wobei die Pflicht nicht wie bei uns je nach der jeweiligen Wetterlage gilt, sondern auf Zeit. Und zwar vom 15. November bis zum 15. April.
Im Sommer (16. Mai bis 14. November) sind bestimmte Winter- sowie Ganzjahresreifen verboten. Und zwar solche, deren Geschwindigkeitsindex den Wert im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) unterschreiten. Bei Verstoß drohen Bußgelder von 431 bis 1.734 Euro.
#7 Verkehrsregeln Italien: Kreisverkehr
Beim Thema Vorfahrt gilt in der Regel „rechts vor links“. Eine deutsche „Hauptstraße“ kennen die Verkehrsregel in Italien nicht. Auf Bergstraßen hat generell der Bergauffahrende Vorfahrt. Im Kreisverkehr wiederum der bzw. die im Kreisel Fahrenden. Wobei es Ausnahmen (rechts vor links) gibt, welche die Italiener allerdings nicht ausschildern. Also aufgepasst.
#8 Sicherheit: Warnweste ist Pflicht
Für eventuelle Pannen besteht die Pflicht eines Warndreiecks sowie einer Warnweste. Wobei es für die Weste keine Mitführpflicht als solche, sondern lediglich eine „Tragepflicht“ auf der Straße gibt. Wenn du also mit dem Auto liegen bleibst. Dann für alle Insassen. Ein Verbandskasten ist wiederum kein Muss, aber eine Empfehlung. Ebenso wie ein Feuerlöscher. Überstehende Landung musst du mit einer rot-weißen Warntafel markieren. Was übrigens schon für einen Fahrradträger gilt.
#9 Punktsystem beginnt bei 20
Auch beim Punktsystem gehen die Italiener eigene Wege. Statt Punkte anzusammeln, ziehen die Südländer diese ab. Und zwar von einem Startkonto mit 20 Punkten. Mit jedem Verstoß sinkt das Guthaben, bei Null ist der Lappen – korrekt – weg.
Als Ausländer erhältst du ein virtuelles Punktekonto. Erreichst du 20 Punkte, darfst du in Italien kein Kfz mehr fahren.
#10 Verkehrsregeln in Italien: Ampel
Ein Thema sind außerdem (Fußgänger)Ampeln, die sich vom deutschen System abheben. Denn in vielen Städten sind die Ampeln ein gutes Stück vor dem Fußgängerüberweg platziert. Stoppst du bei Rot an der Haltelinie, bleib’ stehen. Roll’ nicht weiter: Das gilt als „doppeltes Halten“ – und somit als Ordnungswidrigkeit. Weil du eventuell den Weg der Fußgänger blockierst. Je nach Behinderung oder Gefahr kostet das 40 bis 150 Euro.
#11 Lichtpflicht außerhalb von Orten
Außerhalb von Ortschaften gilt in Italien am Tag Lichtpflicht. Bei guter Sicht reicht Tagfahrlicht, bei schlechtem Wetter schalt’ außerdem das Abblendlicht ein. Innerorts kann das Licht – ausgenommen Scooter sowie Motorräder – ausbleiben.
Experten empfehlen wegen der Lichtpflicht ein Set Ersatzlampen an Bord.
Fazit zu den Verkehrsregeln Italien
Du siehst: Die italienischen Verkehrsregeln unterscheiden sich in einigen Punkten von den deutschen. Bei Reisen nach Italien gilt daher Vorsicht, zumal die Bußgelder um einiges höher sind als bei uns. Sehenswert ist das „Land des Stiefels“ dennoch. Von daher: Viel Spaß in Bella Italia.
Quelle: auto-motor-und-sport.de, adac.de (Tempolimits), adac.de (Winterreifen), adac.de (Bußgelder)

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